
Wenn der Boden gefroren bleibt, dann ist es Zeit die Blauracken-Nistkästen den Inhalt aus 2025 zu sichten und zu reinigen. Immerhin liegen 85 Nistkästen über einige Gemeinden verstreut in den Talböden. Mit dem Frontlader hebt uns Curd Ranz zu den Kästen auf 5-6 m empor.

Wir finden dort verschiedene Nestarten vor. Die Stare tragen viel trockenes Grasmaterial ein. Brüten sie erfolgreich, so entsteht eine harte Brutplatte mit leichter Einsenkung in der Mitte.


Sperlingsnester sind oft voll mit Kirschkernen. Die Nesthöhe ist geringer als bei Staren und sie nutzen verschiedene Materialien, oft auch bunte Plastikfäden aus landwirtschaftlichen Müll. Meisen bauen mit Moos ein flaches Nest, jedoch über den gesamten Nistkastenboden. Die Zwergohreule baut ein sehr flaches Nest, oft auch ohne viel Nistmaterial. Kleine Speiballen bis zu einem Zentimeter bleiben zurück.

Ähnlich ist es bei der Blauracke, die meist andere Nester übernimmt und darauf nur noch Erdkruste, Schneckenschalen und andere Futterüberreste hinterlässt. Der Kleiber verklebt die Einflugöffnung auf seine Körperumfang-Größe und bringt Rindenmaterial ins Nest ein.




Säugetiere zeichnen sich dadurch aus, dass sie grünes Laub, Ästchen, Samenfäden und ähnliches im Nest zusammenbringen und meist eine Höhlung darin bauen. Kunstvoll machen das die Zwergmäuse. Marder hinterlassen ihre Losungen im Nest oder auch auf dem Nistkasten. Im Winter ziehen die Säuger oft in die höhergelegenen Baumhöhlen und schützen sich wohl auf diese Weise vor der Nässe.

Immer wieder übernehmen Völkerbildende Insekten die Nisthilfen. Nr. 1 dabei sind verschiedene Ameisenarten von den Holzameisen über Schattenameisen und einige weitere Gattungen oft abhängig von den für die Nisthilfen benutzten Bäumen und deren Altersstadien. Dann sind da auch noch die Hornissen, Wespen und Bienen, die die geräumigen Nisthilfen für ihre Zwecke nutzen. Im alten Nest Mulm und im letzten Nistmaterial haben sich zahlreiche Arten eingenistet. Wiederum abhängig vom Zersetzungsstadium finden wir Mehlkäferlarven, Getreidekäfer, Rosenkäferarten u. v. m. Ebenfalls im Nest Mulm halten sich Wachsmotten auf. Pyramideneulen überwintern in den Kästen oder verpuppen sich darin. Wanzenarten lieben die Nisthilfen.


Spaltenkreuzspinne und Vierfleck-Zartspinne sind fast in jedem sonnigen Kasten zu finden. Florfliegen schützen sich hier vor der Kälte. Eine Untersuchung zu den Staubläusen findet gerade statt. Und es gibt sicher noch viele andere Arten, die vom Mulm profitieren.